Postulat: Social-Media Konzept Kriens
Begründung:
Die Kommunikation der Stadt Kriens wirkt heute in Tonalität, Form und visuellem Auftritt teils überholt. In einer wachsenden, urbanen und divers zusammengesetzten Stadt reicht es nicht mehr, hauptsächlich über das Printmagazin KriensInfo und die Website zu kommunizieren. Viele Krienser*innen, insbesondere Zugezogene und junge Menschen, orientieren sich heute immer stärker an der Stadt Luzern und haben kaum Berührungspunkte mit dem städtischen Informationsangebot von Kriens. Eine moderne Kommunikation könnte hier gezielt Abhilfe schaffen und die Identifikation mit der Stadt Kriens stärken. Dabei ist es wichtig, dass sich die Stadt Kriens strategisch überlegt, wie und mit welchem Ziel sie Social Media einsetzen will, zum Beispiel im Rahmen eines Konzepts.
Andere Schweizer Städte machen vor, wie es gehen könnte: Thun (instagram.com/3600thun), Luzern (instagram.com/stadtluzern), Emmen (instagram.com/gemeinde.emmen) oder St. Gallen (instagram.com/stadtsg) kommunizieren mit klarem Konzept, zeitgemässem Auftritt und zielgruppengerechten Inhalten. Sie sind dabei gezielt und bewusst auf jenen Kanälen präsent, wo ihre Bevölkerung ist. Sie transportieren damit ein modernes, nahbares Stadtbild und schaffen breiten Mehrwert für ihre Bevölkerung.
Es geht dabei nicht allein um Quantität, also wie oft gepostet wird, sondern auch um Qualität: eine ausgewogene Themenwahl, eine nahbare und moderne Tonalität, ein visuell konsistentes und sorgfältiges Erscheinungsbild, eine bewusste Wahl der Plattformen, auf denen die Stadt Kriens präsent sein will, und Inhalte, die verschiedene Bevölkerungsgruppen gezielt ansprechen.
Dieses Postulat fragt sich, ob neben den bestehenden zwölf Printausgaben des KriensInfo pro Jahr, der Instandhaltung der Website, der internen Kommunikation und der Medienarbeit noch genügend Kapazität bleibt, um Social Media zusätzlich durchdacht zu betreiben. Vergleichsstädte ähnlicher Grösse zeigen, dass für die Kommunikation in der Regel deutlich mehr personelle Ressourcen eingesetzt werden als heute in Kriens. So setzt etwa die Stadt Zug mit rund 31’000 Einwohnenden für ihre Kommunikation deutlich mehr Stellenprozente (220%) ein als Kriens, ohne ein vergleichbar aufwändiges Printmagazin zu betreiben. Auf Anfrage teilte die Gemeinde Emmen mit, dass ihr Bereich Kommunikation insgesamt 230 Stellenprozente umfasst, verteilt auf drei Mitarbeitende. Die Gemeinde Horw, die mit rund 15’000 Einwohnenden deutlich kleiner ist als Kriens, hat ihre Kommunikation Anfang 2026 bewusst gestärkt und beschäftigt neu 150 Stellenprozente, verteilt auf zwei Personen. Beide Gemeinden betonen zudem, dass keine separate Stelle ausschliesslich für Social Media existiert, die entsprechenden Aufgaben werden von allen Mitarbeitenden im Team gemeinsam getragen. Eine eigene Social-Media-Stelle wird mit diesem Postulat nicht gefordert, entscheidend ist vielmehr genügend Gesamtkapazität im bestehenden Team. Eine Möglichkeit dazu wäre der gezielte Einbezug von Lernenden, die mitunter ein gutes Gespür für aktuelle Trends mitbringen und die jüngere Zielgruppe oft aus erster Hand kennen.
Eine nationale Studie der Fachhochschule Graubünden im Auftrag des Schweizerischen Nationalfonds unterstreicht dies: Bei einer Befragung von 414 Schweizer Gemeinden gaben über 80 Prozent an, dass die für Kommunikation eingesetzte Arbeitszeit in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Als wichtigster Grund gegen den Einsatz von Social Media wurde dabei der Mangel an personellen Ressourcen genannt, nicht fehlende Kenntnisse und nicht die Kosten.1
Eine moderne, inklusive Kommunikation ist demokratiefördernd, stärkt das Vertrauen in die Stadt und schafft Raum für Austausch und Identifikation, eine echte Bereicherung für alle Krienser*innen.
Wir danken für die Unterstützung.
Freundliche Grüsse
Alina Wiget