Sehr geehrter Herr Stadtparlamentspräsident, sehr geehrte Damen und Herren

Ich bitte Sie folgende Motion an den Stadtrat zu überweisen: Der Stadtrat wird beauftragt, dem Stadtparlament Kriens eine Vorlage zur Revision des Siedlungsentwässerungs-Reglements (SER) zu unterbreiten, welche folgende Punkte verbindlich regelt:

1. Förderung der Regen‑ und Brauchwasserwiederverwendung  

Das SER ist so anzupassen, dass die Speicherung und Wiederverwendung von Regen-, Dach- und Brauchwasser für Bewässerungszwecke ausdrücklich gefördert wird.

2. Finanzielle Anreize für Wasserwiederverwendung  

Zusätzlich zu den bestehenden Anreizen für die Versickerung und Retention ist ein weiterer finanzieller Vorteil für Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer zu schaffen, die Regen- oder Brauchwasser für die Bewässerung von Gartenflächen wiederverwenden. Damit soll die Wiederverwendung von Wasser gezielt gefördert und ein zusätzlicher Anreiz für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser geschaffen werden. Dieser Vorteil kann insbesondere in einer Reduktion der Anschlussgebühr bestehen.

Begründung

  • Die Sommer werden zunehmend trockener und gleichzeitig gewinnt die Bewässerung von Gartenflächen an Bedeutung. Die umfangreichen, schönen Gartenflächen machen in der Stadt Kriens einen relevanten Anteil an Trinkwasserverbrauch aus. Der Bedarf ist meist in einer Zeit hoch, in welcher auf Grund von Hitzeperioden und starker Trockenheit Trinkwasser immer knapper wird. Daher soll die Entstehung von Infrastrukturen vorgeschrieben und/oder gefördert werden, welche das Wassermanagement dezentral in den Gärten der Krienser*innen verbessert. Die Nutzung von Regen- und insbesondere von nicht stark verschmutztem Brauchwasser kann den Trinkwasserverbrauch zur Gartenbewässerung zumindest zu Beginn einer Trockenperiode abschwächen. 
  • Die Stadt Kriens verfügt bereits über ein modernes System zur Bemessung der versickerungsfähigen Fläche, welches finanzielle Anreize für die Entlastung der Kanalisation schafft. Was jedoch fehlt, ist ein zusätzlicher Anreiz für die Wiederverwendung von Regen-, Dach- und Brauchwasser, insbesondere für die Bewässerung von Gartenflächen. Diese Nutzung reduziert den Trinkwasserverbrauch und erhöht die Klimaresilienz der Stadt.
  • Die Wiederverwendung von Regenwasser ist technisch einfach, ökologisch sinnvoll und volkswirtschaftlich kostengünstig. Viele Gemeinden und Städte (z.B. Gland oder Lausanne) fördern solche Systeme bereits aktiv. Die Ergänzung des Siedlungsentwässerungsreglement schafft einen klaren rechtlichen Rahmen und ermöglicht es der Stadt Kriens, die Bevölkerung gezielt im Umsetzen von sinnvollen Massnahmen zu unterstützen.
  • Mit der vorgeschlagenen Revision wird das Siedlungsentwässerungs-Reglement an die klimatischen Entwicklungen angepasst, die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser gestärkt und die Bevölkerung motiviert, aktiv zum effizienten Umgang mit Trinkwasser beizutragen. Die Motion ergänzt die bestehenden Anreize sinnvoll und schafft einen zusätzlichen Nutzen für die Krienser Bevölkerung.

Die Grüne/junge Grüne/GLP-Fraktion dankt für die Unterstützung.

Hier geht’s zur Motion