Beim Steuern zahlen geht es vermutlich allen gleich: man fragt sich für was das Geld eingesetzt wird: für Kindergärten, Musikschulen, Wohn-und Pflegezentren, Klimaschutz oder eine freundliche Verwaltung?

Im Legislaturprogramm der Stadt Kriens (das sind salopp gesagt, die guten Vorsätze des Stadtrats nach ihrer Wahl) steht unter Vision Mensch: «Wir stehen in engem Kontakt zur Bevölkerung und handeln nach ihren Bedürfnissen» (vgl. S. 11).

Wir Grüne haben uns gedacht, dass die Stadt die einmalige Chance packt, mit uns in Kontakt zu treten, falls wir eine telefonische Auskunft brauchen. Dafür bezahlen wir gerne: eine freundliche, kompetente Person für die Hilfe von der Wiege bis zur Bare.

Nun haben wir festgestellt, dass nicht mehr ein Mensch am Telefon begrüsst, sondern eine digitale KI-Stimme (LZ 4. Juli 2026). Ein enger Kontakt zu einem Kunstmenschen, ist das die Vision der Stadt Kriens?

Klar, es gibt viele Orte wo die Digitalisierung Sinn macht. Über Prioritäten und Einsatzgebiet kann man unterschiedlicher Meinung sein. Aber mit einem guten, menschlichen Telefonservice kämme die Stadt ihren Einwohnenden näher. Nur so spürt man den Puls der Bevölkerung. Das Trainieren eines Computers scheint uns eine verpasste Chance die guten Vorsätze umzusetzen. Und billig war es wohl auch nicht, denn die Stadt will nicht sagen, wie viel der Fr. 500’000, die für Digitalisierung vorgesehen sind, dafür eingesetzt wurden.